Gedanken

Die Worte hinter dem Bild // Danke

20171211_211021Ein Bild sagt mehr als tausend Worte und heute gibt es die Worte hinter den Bildern, ehrlich, direkt und in der Hoffnung anderen Mut zu machen.

Heute erreichte mich eine Nachricht, die mich mal wieder zum weinen gebracht hat. Eine liebe Nachricht einer Followerin bei Instagram darüber, dass sie den Hut vor mir zieht und ich ein herzlicher , ehrlicher und sympathischer Mensch sei. Und während ich gerade noch einmal die Nachricht gelesen habe, stiegen mir schon wieder die Tränen in die Augen. Diese Zeilen bedeuten mir so viel, mehr als ich je für möglich gehalten habe.

Ich habe mein Leben lang um Liebe gebettelt, wollte geliebt werden, um jeden Preis. Habe mich verbogen um Erwartungen anderer gerecht werde, habe mich viel zu oft auf mein Äußeres reduzieren lassen. Mir ging es jahrelang nicht gut. Litt als Jugendliche darunter wie meine Kindheit in einem Scherbenhaufen aus 1000 Lügen zerbrach, wollte gesehen werden und habe um Hilfe geschrien, so laut ich konnte. Bekommen habe ich keine Liebe, sondern Vorwürfe. Dass sich Menschen für mich schämen müssen, war die Aussage, die sich so fest in meinen Kopf gebrannt hatte, dass ich mich selbst gehasst habe. So sehr, dass ich mich ein Leben lang daran erinnern werde und ein Leben lang mit den Spuren davon leben muss.

Als mein Sohn auf die Welt kam, war meine Welt aus Selbstzweifel vergessen. Auf einmal zählten Äußerlichkeiten nicht mehr , sondern ich wurde geliebt, nur dafür, dass ich ich bin. Es war egal, dass ich keine perfekte Figur mehr hatte, es Tage in Jogginghose gab und dass ich es nicht geschafft hatte die 12. Klasse trotz Schwangerschaft zu beenden. Er liebte mich, in jedem Lächeln, jeder Berührung lag soviel Liebe, ich wusste gar nicht wohin mit den ganzen Gefühlen, aber dann zog es mir wieder den Boden unter den Füßen weg…

Ich hatte so viele Erwartungen nicht erfüllt und schon gar nicht die,der Menschen, die mir wichtig waren. Nein und da ging es in erster Linie nicht einmal darum, dass ich so jung Mutter wurde, sondern, dass ich versucht habe mein Leben so zu führen, wie ich es will. Und was ich wollte ist Abitur und studieren! In den Köpfen von Anderen sollte ich aber was gescheites lernen und nicht jahrelang auf der Tasche anderer leben. Ach und dann eben noch alleinerziehend, was war ich nur eine Enttäuschung, am allermeisten für mich selbst. Auf einmal wog die Liebe meines Sohnes nicht mehr auf, dass ich vor mir selbst keinerlei Respekt mehr hatte.

Ich fing an mich auf Äußerlichkeiten zu reduzieren, dachte, wenn andere mich attraktiv finden, würde ich glücklich werden. Ich zerbrach mir darüber den Kopf, wie ich es finanziell anstelle meine Brüste operieren zu lassen, weil ich dachte dadurch bekomme ich Selbstbewusstsein (Ich würde es auch heute noch tun, aber aus anderen Beweggründen). Ich war mehr Fake als sonst was und lernte auch die Schattenseiten kennen, wenn man nur auf Äußerlichkeiten reduziert wird .Man zählt nicht als Mensch!

Ich steckte in einer Beziehung in der der Schein viel mehr zählte als die Wahrheit, in der eine Lügenwelt aufgebaut wurde und ich habe mitgemacht, aus Liebe, aus der Hoffnung geliebt zu werden. Ich war früher ein Mensch, der frei sein wollte, der seinen Kopf hatte, der sich im Leben nie hätte in eine Rolle drängen lassen oder den Mund verbieten. Jeder der mich von damals kennt, kennt min. eine Geschichte von mir, über die wir uns heute noch tot lachen. Ich habe mein Leben ausgelebt, zwar war ich nicht oft der Mensch, der ich bin, aber ich habe mich nicht einsperren lassen – nicht mehr! Und dann kam diese Beziehung. Ich wollte anders sein, anders als das was bisher war, wollte interessant sein, wollte das Einzige sein, dass zählt. Ich war blind vor Liebe, ich hätte alles getan, wirklich alles um zurück geliebt zu werden, auch nur ein Bruchteil hätte mir gereicht. Ich zerbrach an dieser Liebe, ich ging durch die schwerste Zeit in meinem Leben, ich errichtete Mauern um mich, wurde zu einem Menschen, den ich selbst nicht mehr anschauen wollte. Aber ich hatte,was ich wollte…ihn, auch wenn er mich vermutlich niemals geliebt hat, so war er trotzdem Teil meines Lebens und ich durfte bei ihm sein, um welchen Preis hatte ich damals nicht verstanden.

Nach und nach verlor ich meine Freunde, Kontakte und den letzten Funken Selbstliebe, der noch irgendwo zu finden war. Ich fühlte mich eingesperrt, lange Zeit und suchte wie immer bei mir das Problem. Ich habe mich so oft selbst erniedrigt, gebettelt nach Liebe und mich so verhalten, wie man es von mir erwartet hat, aus Angst davor verlassen zu werden.

Und dann kam er der Moment, an dem all das abfiel… der Moment an dem die Welt zusammenbrach und so viel Neues und Schönes seinen Anfang fand. Ich hatte nichts mehr, nichts außer meiner Kinder und das hier.. Social Media. Ich öffnete meinen Mund und sprach aus was ich so lange hinter einer Fassade gelebt hatte, ich nutzte Instagram und meinen Blog,um all das was mein Herz belastete , los zu lassen. Es traten Menschen in mein Leben, die ohne eine Erwartung an mich hatten, mir Hilfe anboten, die mich mit offenen Armen empfingen und mir das Gefühl gaben, die bist gut so wie du bist. Und dieses Gefühl nahm ich mit in die reale Welt. Längst erloschene Freundschaften blühten wieder auf, neue entstanden, weil ich einfach ich bin! Nicht wie jemand mich erwartet, sondern wie ich von Herzen aus bin. Wenn man mir ins Gesicht sagt, dass man früher dachte, ich wäre eine arrogante Ziege, die nicht mal ein Lächeln oder ein Hallo übrig hat, wenn man sich trifft, dann verletzt mich das nicht, denn so bin ich nicht.

Ich bin so viel mehr, als ich Jahre lang geglaubt habe. Ich muss keine Erwartungen erfüllen, ich muss in kein Bild passen, in keines ausser in mein Eigenes. Ich bin mehr wie die Dani mit den Titten, mehr als die Mutter mit den 4 Kindern, mehr als die Hausfrau, mehr als die, die zwar Abi aber kein Studium hat, mehr als die , die ständig Dinge vergisst, sich verletzt und früher auf keiner Party gefehlt hat.. ich bin all das und noch mehr.

Und warum ich das gerade schreibe, weil ich dieses Jahr zum ersten Mal das Fest der Liebe feier, weil ich mich selbst akzeptiere und dadurch Menschen endlich in mein Leben lasse, ohne mich zu verstellen. Vor Monaten dachte ich, an Weihnachten bist du alleine, aber das bin ich nicht. Denn ich werde das Fest mit Menschen verbringen, die ich nie mehr in meinem Leben missen möchte, die nach so langer Zeit mir die Chance gegeben haben mich neu kennen zu lernen. Und jede Nachricht, die ich bekomme von euch, die bedeutet mir so viel, weil sich mich erinnert, dass ich angekommen bin. Angekommen bei mir selbst und das ist das größte Geschenk, dass ich mir jemals selbst machen konnte und es tut so verdammt gut zu hören, dass ich ok bin, so wie ich wirklich bin.  U

D A N K E

2 Kommentare zu „Die Worte hinter dem Bild // Danke

  1. Und ich sitze schon wieder da, Tränen laufen mir über die Wangen und ich glaube daran, dass das Schicksal uns zusammengeführt hat ♥ ich habe schon lange nicht mehr so eine tolle Frau kennengelernt, die einfach voller Ernergie weiter macht um den anderen zu zeigen, jetzt erst RECHT! Ich habe selten so viel mit einer „Fremden“ gelacht und meine Gedanken ausgetauscht und ich bin einfach so froh, dass ich dich/euch kennenlernen durfte♥ Du bist wundervoll so wie du bist und vorallem bist du so eine unglaublich tolle Mama, die so viel schmerz erfahren musste und diesen Schmerz durch Liebe ausgetauscht hast und diese Liebe schenkst du deinen Kindern♥ Hach ich könnte noch stundenlang weiter schreiben.
    Danke, dass ihr in mein Leben gekommen seid ♥
    Ich hoffe, wir sehen uns ganz ganz bald wieder meine Liebe ♥

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s