Gedanken

Und wenn der Vorhang fällt … // Gedanken

wp-image-249020067.…dann ist nichts mehr wie es war und doch hört die Welt nicht auf sich zu drehen, egal wie laut man schreit

Niemals hätte ich gedacht, dass ich einmal vor einem Haufen Scherben stehe, niemals , dass mich die Gewissheit überkommt in einer Seifenblase gelebt zu haben.

Ich hatte mir lange vor genommen nicht darüber zu reden, nicht auszusprechen, was wirklich passiert ist aber ich drehe mich im Kreis seit Monaten. Seit Monaten bewege ich mich zwischen Gefühlen, die ich nicht kenne, die mich aber oft genug einfach überfahren, ohne Ankündigung… ein Lied, ein Moment, ein Ort, ein Gedanke und zack dann steh ich wieder hinter der riesigen schwarzen Wand , hinter der mein eigentliches und wundervolles Leben liegt.

Ich bin glücklich, glücklich darüber aufgewacht zu sein, glücklich darüber wie mein Leben heute ist, aber wenn die Wut kommt ist kein Platz für dieses Glück. Und wenn ich höre, dass ich nach dieser Zeit nicht mehr wütend sein brauche, dann legt sich bei mir ein Schalter um und da ist für nichts Rationales in meinem Kopf mehr Platz.

Ich habe vor Monaten einen Text geschrieben, der die Worte beinhaltete: ich habe die Liebe meines Lebens geheiratet um sie für immer zu verlieren. Ich habe nicht gewusst, wie wahr dieser Satz ist. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt tatsächlich noch geglaubt, dass solche Dinge einfach passiert, hatte geglaubt , dass alles was danach gefolgt ist, mit mir zu tun hat. Ich habe den Fehler bei mir gesucht! Ich wollte glauben , dass 2 Menschen dazu gehören. Ja das hat es , anders als ich dachte!

Ich hatte geschrieben, dass ich nicht versteh wie ein Hobby so viel wichtiger sein kann, dass ich hoffe er hat gefunden, was so viel wichtiger ist als das was wir hatten. DAS hat er! Das hatte er schon lange! Ich führte keine Ehe zu zweit! All die Fragen, die ich hatte schließen sich heute für mich! Sie sind schon lange beantwortet, aber erst jetzt kann ich damit umgehen. Nicht weil ich meine Seifenblase wieder möchte, nicht weil ich noch irgendein positives Gefühl für diesen Menschen habe, sondern weil ich akzeptiert habe, mich so in einem Menschen getäuscht zu haben!

Es gibt Menschen, die werden sich nicht ändern, da kann man noch so sehr hoffen, investieren, Verständnis haben , sie werden immer und immer wieder die selben Fehler machen. Sie werden nicht zu bessere Menschen, auch wenn man es sich noch so sehr wünscht. Auch wenn man durch jede Höhe und Tiefe gegangen ist, durch Krankheit, durch Trauer, durch Glück, jahrelang gekämpft hat, Jahre investiert… Manche Menschen werden niemals der Mensch sein, den wir in ihm sehen.

7 Monate sind vergangen , als sich die Tür schloss und ich wieder atmen konnte, den endlich war diese unsichtbare dritte Person auch aus meinem Haus verschwunden. Und als endlich der Vorhang fiel und am selben Tag noch bekannt wurde “ Ja wir sind ein Paar“, hätte ich am liebsten alle Erinnerungen an unser gemeinsames Lebens ausgekotzt. Aber ich stand da mit 4 Monate alten Babys, einem kleinen verunsicherten Mädchen und meinem Sohn ,der viel zu viel schon verstand.

Ich habe keinen Moment seit damals aufgehört, glücklich darüber zu sein, dass es vorbei ist… dass ich atmen kann, dass meine Gedanken wieder mir gehören, mein Haus wieder meins ist und dass ich wieder ich bin. Aber die Narbe, die diese beiden Menschen in mein Leben gezogen haben, ist so viel tiefer, als all das was ich bisher kannte. Zeit heilt keine Wunden, sondern Menschen tun das. Menschen, die ich niemals mehr in meinem Leben missen möchte. Wunderbare Menschen, die mich aus den Selbstzweifeln, der Verzweiflung und der Wut geholt haben.

Ich wünsche den Beiden nichts schlechtes, nein, ich wünsche ihnen alles, was sie verdient haben, was auch immer das sein mag. Was auch immer man dafür bekommt, Händchen haltend durchs Leben zu laufen, während die Frau schwanger mit Zwillingen im Krankenhaus weinend wartet, weil sie Angst vor der Geburt hat oder man sich verliebte Worte ins Ohr haucht, kurz nachdem die Frau bei der Geburt der gemeinsamen Kinder beinahe verblutet ist.

Vor 15 Jahren wurde mir schon einmal so der Boden unter den Füßen weggerissen…bis heute habe ich nicht gelernt, diesem Menschen zu verzeihen und musste ihn beerdigen ohne Verziehen zu haben. Vielleicht werde ich das eines Tages noch tun, wenn nicht in diesem, dann im nächsten Leben, vielleicht auch eines Tages dem Mensch, dem ich drei wundervolle Kinder verdanke. Aber nicht heute und nicht morgen…vielleicht und wahrscheinlich aber niemals!

5 Kommentare zu „Und wenn der Vorhang fällt … // Gedanken

  1. Wow… krasse Worte, eine krasse Geschichte, die für alle aussenstehenden eben nur „eine Geschichte“ ist – für dich aber DEINE Geschichte und deine tagtägliche Wahrheit, mit der du konfrontiert wurdest, in einer Zeit in der doch eigentlich alles kuschelig und harmonisch sein sollte…
    Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft und liebe Menschen um dich herum, die dich auffangen und in den Arm nehmen, wenn jene Kraft eben doch mal nicht reicht…

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